Seltenes Glück im Stall

Zwillinge          zwillinge2

Das hat selbst Tierarzt Dr. Anton Augenstein noch nicht erlebt. Die 18-jährige Appaloosa-Stute von Josef und Monika Stangl hat in Hunding zwei gesunde Zwillinge zur Welt gebracht. „Dass Zwillinge lebend zur Welt kommen, ist mir noch nie untergekommen“, so Augenstein. Zwillingsgeburten sind bei Pferden nicht einmal erwünscht. „Das Risiko für Mutter und Fohlen ist zu hoch“, erklärt der Tierarzt. Stellt man eine Zwillingsschwangerschaft fest, wird in der Regel abgetrieben. Doch bei Situnga, so heißt die glückliche Pferde-Mutter, hat niemand nachschauen lassen.

Auch die Geburt hat die Dame ganz alleine hinbekommen, ganz ohne menschlichen Beistand. Joe Stangls Tochter Karin entdeckte gegen halb drei in der Früh am Dienstag, 26. 04 2005 das Wunder von Hunding, als sie zur Arbeit fahren wollte. „Das Fohlen ist da, hat sie gerufen. Und als wir nachgeschaut haben, waren auf einmal zwei da“, erzählt Joe Stangl.
Mittlerweile springen „Little Lena“ und ihr noch namenloser Bruder quitschfidel auf der Weide herum. „Alles hat wunderbar geklappt“, freut sich Augenstein mit den Stangls. Obwohl der Vater zur Rasse der Quarter Horse gehört, haben die beiden Fohlen alle Merkmale der Appaloosa: das so genannte „Menschenauge“ (weiß umrandet), die gefleckte Haut und gestreifte Hufe. „Little Lena“ ziert sogar ein ganz seltener Aalstrich von der Mähne bis zum Schweif.
Die Appaloosa wurden ursprünglich von den Nez-Perce-Indianern gezüchtet. Die Pferde sind bekannt für eine harte Konstitution und Ausdauer, gelten als charakterlich einwandfrei, sehr treu und haben ein gutartiges Temperament.
Auch Bürgermeister Ferdinand Brandl freut sich über die Zwillings-Geburt: „Wenn das kein gutes Omen für das Goldgräberfest ist.“ Die Jubiläums-Auflage des Events steigt von 19. bis 21. August. Dann schlüpft neben Brandl auch Josef Stangl wieder in seine Westernrolle. Brandl nennt Stangl übrigens schon länger „Chief Joseph“. So hieß der letzte Häuptling der Nez Perce.

zwillinge3     bi pferde1